aktualisiert am 5.11.2011

Herzlich Willkommen auf der Homepage der Kult-Radiosendung!

Die Geschichte der Sendung

 

1997

Aller Anfang ist schwer

1997 wollte eine Gruppe von jungen Radiomoderatoren mit einen neuen Format von sich reden machen. Der Name war „new world attitude“.

Die Idee war, mit krassen Sprüchen und Themen zu schockieren, zu provozieren, aufzurütteln und zu unterhalten….

….doch das ursprüngliche Konzept war schnell aufgegeben! Auch der Namenszusatz “new world” wurde bald fallengelassen...wegen Lizenzproblemen mit World Championship Wrestling [“new wolrd attitude” vs. “new world order”]

Inhaltlich stießen wir an Grenzen, denn scheinbar gab es keine Themen und Sprüche mehr, die die Hörer wirklich schockieren konnten.

Nachmittagstalkshows brachen alle denkbaren Tabus, im Fernsehen zeigten Frauen ihre nackten BrĂĽste schon nachmittags, die Werte einer gesunden Gesellschaft verfielen und Stefan Raab startete mit TV Total den Ursprung allen Ăśbels (na ja, jedenfalls teilweise).

Es war also an der Zeit, ein wenig herum zu experimentieren! In dieser Zeit entstanden auch erstmals die alljährlichen “attitude”-Awards für zweifelhafte Errungenschaften, es wurden Scherzanrufe gemacht oder Bürger auf der Straße zu Scherzthemen interviewt. Also alles eine große Verarsche..

 

1998 bis 1999

Die ersten Jahre waren noch stark geprägt von spätpubertärem Sturm- und Drang-Gehabe des jugendlichen Moderators und seiner Crew. Man versuchte, zu provozieren, Grenzen zu überschreiten und war vor allem bemüht, sich im Radio selbst gut darzustellen..... Audio-Posing eben!

Es gab zwar schon Rubriken wie die Charts, die News aus dem Showbusiness oder ähnliches, doch wurde mehr Wert darauf gelegt, wie der Inhalt transportiert wurde, als darauf, wirklich Inhalt zu haben. Es wurden viele dumme Witze auf Kosten anderer gemacht, was einer Menge Leuten natürlich nicht gefiel. Doch genau das war ja beabsichtigt. Magnus bekam Drohbriefe, bösartige Leserpost und musste viel Kritik einstecken. Doch er ließ sich nicht beeindrucken; der beabsichtigte Erfolg war also da. Die Leute schalteten ein. Manche, weil sie cool fanden, was wir machten, andere schalteten ein, um sich über uns aufzuregen. Durch diese Grenzgänge stand manchmal Stunden vor der Ausstrahlung nicht fest, ob die Sendung überhaupt laufen würde! Ein paar Mal wurde sie nicht ausgestrahlt.

Besonders in die Kritik rückte die Rubrik “Heartbreak Hotel”, eine Parodie auf das Dr. Sommer-Team mit der kreierten Kunstfigur “Heartbreak Kid”. Dieser war ein arroganter Frauenaufreißer, der sehr krasse Antworten zu Leserbriefen über Liebe, Sex und Zärtlichkeit abgab. Mittlerweile wird die Rubrik nicht mehr gebracht. Dabei ist dieses Konzept des “Tough Talks”, also der harten Worte, gar nicht mal Magnus` eigene Idee gewesen, sondern wurde abgekupfert von amerikanischen Talkradio-Shows, in denen der Moderator die Rat Suchenden eher zur Sau macht als tröstet. Also ganz anders als bei Domian hierzulande.

Und auch das amerikanische Wrestling beeinflusste uns immerzu. Dort gab es eine Gruppierung namens “DeGeneration X”, die keinen Wert darauf legte, von Publikum bejubelt zu werden, sondern machten, wozu sie gerade Lust hatten. Deren Einzugsmelodie wurde unser Titelsong und wir wandelten deren Motto ab: “Wir hören Musik, die wir hören wollen und reden über Themen, die uns interessieren. Wenn Euch das nicht passt, haben wir nur zwei Worte:

 

1999 bis 2002

Als Thomas Latanowicz Anfang 1999 ständiger Co-Moderator wurde, änderte sich auch das Wesen der Sendung. Zwar blieb “SUCK IT!” das Motto, sollte aber genau gegenteilig im Vergleich zu vorher eingesetzt werden. Früher wollte man provozieren, andere wegen ihrer Unzulänglichkeiten “dissen” und sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Aber wir wurden erwachsen, und nun distanzierte man sich klar von solcher Art Mensch: geltungssüchtige, eitle Selbstdarsteller, Medienmenschen, die nur Witze auf Kosten anderer machen können und selbst kein bisschen Selbstironie besitzen, sich aber selber immer als das Nonplusultra ansehen. Wir wollten uns nicht auf eine Stufe mit dieser Art Menschen stellen und uns nicht mit deren Scheiß identifizieren. Daher galt das “Suck it” nun denen und ihren Produkten, aber auch den Leuten, die für solchen Mist applaudieren. Dennoch behielten wir das Lästern bei, doch waren nun immer nur peinliche Prominente, die es auch verdienten, das Ziel unseres Spotts. Nicht Menschen, die sich nicht gegen Medien wehren konnten. Krasse Sprüche blieben allerdings auch Stilmittel der Sendung....meistens aber drückten wir uns die gegenseitig.Den Zuhörern gefielen vor allem immmer die nicht ganz ernst gemeinten Dialoge zwischen Magnus und Thomas.

“attitude” war immer etwas anders als andere Radio-Magazine. Eine Nische fĂĽr solche (pop-)kulturellen Produkte, die nicht von VIVA, MTV oder EINS  LIVE promotet wurden. Musik, Filme und Literatur auĂźerhalb des Massengeschmacks. Das zeigte sich schon allein durch die Musikauswahl. Durch Thomas` Einfluss wurde viel Rock und Crossover gespielt, Magnus brachte eher Westcoast-Rap mit, was zu jener Zeit noch nicht so populär war wie heute. Eben Musik, die man nicht immer im Radio hört.

“attitude” formte sich auch immer mehr zu einem Magazin mit festen Rubriken: die Showbiz-News, die Singlecharts inklusive unserer Kommentare zu den dort vertretenen Stücken, CD-Rezensionen, Filmtipps uvm. Vor allen Dingen wollten wir nun unterhalten, uns von dem Massengeschmack aber abgrenzen, was oft nicht ganz einfach war. Denn man kann schon mal verzweifeln über den Geschmack der Zuhörer.

 

2002 bis 2005

Im Februar 2002 hatte Wolfgang Schüssler dann seinen ersten Auftritt auf der “attitude”-Bühne, nachdem sich Thomas wegen seines Jura-Examens zurückgezogen hatte. Man merkte gleich, dass Schüssler von den Gedankengängen und vor allem vom Humor her perfekt mit Magnus See harmonierte. Beide konnten sich ohne Bedenken verbal die Bälle zuspielen. Durch Wolfgang wurde auch die Selbstironie ein großes Stilmittel der Sendung. Und bei den Hörern kam das Team See/Schüssler großartig an, denn wer lacht nicht gerne über Unzulänglichkeiten der Moderatoren? Ein klassischer Dialog: “Welches ist dein Lieblingsalbum?” – “Bravo Hits 6. Das lief auf der ersten Kuschelparty, auf der ich zum Zug gekommen bin.” – “Du meinst wohl eher, Du bist MIT dem Zug gekommen.” – “Und hinterher wieder gegangen.”

“attitude” war nun ein Popkulturmagazin und widmete sich ganz dem Mainstream...weil man viele Zuhörer erreichen wollte. Daher wurde auch das “Suck it!”-Motto fallengelassen. Aber nach einigen Wochen, in denen man Britney Spears und Pink gespielt hatte, widmete man sich wieder dem Mainstream der Minderheiten. Man wollte wieder Qualität in den Hörfunk bringen und unbekannten Bands eine Chance geben. Dabei war es wichtig, dass das Hörgefühl stimmt, der Song eine Atmosphäre hat, der Text intelligent und die Musik handgemacht ist und es sich nicht um inflationäre Coversong handelt.

Bezüglich der Themen und Rubriken hatte sich allerdings nicht viel verändert. Die News aus dem Showbiz inklusive der Kommentare unsererseits begannen die Sendung meist. Eine zeitlang widmeten wir uns den Top Ten der deutschen Singlecharts. Aber weil da oftmals nur Mist auf den oberen Plätzen landete, haben wir die Rubrik “10 bessere Songs als die in den Charts“ eingeführt. Weitere Rubriken wären noch CD-, Kino- und Veranstaltungstipps. Es gab viele „attitude“-Specials, u.a. mit relativ unbekannte Bands aus der Umgebung, die die Chance haben sollten, sich zu präsentieren. Außerdem hatten wir Autoren in der Show, Wrestler aus der wXw oder Schauspieler. 2003 haben wir den Wettbewerb „Werne sucht den Superstar“ begleitet und mehrere Sendungen über das Casting, die Workshops oder das Finale produziert. Nicht zu vergessen die 70er Jahre – Show, die alljährliche Sommersondersendung, das Weihnachtsspezial und die Verleihung der „attitude“-awards“.

 

2005 bis 2007

Im Januar 2005 war vorerst mit der 100sten Ausgabe Schluss mit “attitude”.

Seit September 2005 läuft attitude aber nun wieder...mit einem neuen Stil und einem neuen Co-Moderator: Christian Huppert. Durch das kreative Wirken des Münsteraner Autors als Satiriker wurde “attitude” ein Unterhaltungsmagazin, wo neben den gewohnten popkulturellen Rubriken auch eine Menge Comedy-Segmente oder Satiren zu hören sind. Dazu kommt ein wenig Boulevard-Journalismus, Stand-Up-Nummern, und nicht zuletzt eine Prise Selbstprofilierung. Das neue Motto: 100% “attitutainment”

Ursprünglich war geplant, die Sendung zu dritt mit Wolfgang Schüssler zu moderieren. Heißt es doch im Vorspann der Sendung, einem “Pulp Fiction”-Zitat: “Wir führen uns auf, wie DREI kleine Fonzies! Und wie sind Fonzies so? Komm schon Yolanda, wie ist so ein Fonzie? – Cool? – Wie? – Coooool! – Correctamundo! Und genau so werden wir auch sein! Wir werden cool sein!” Doch der dritte Fonzie, Wolfgang Schüssler, stieg berufsbedingt aus und kam nach langer Pause erst zu den “attitude awards 2007” zurück. Zu den bekannten Rubriken fügten sich u.a.”Die Abenteuer von Dr. Schleim und Kaptain Klabautermann”, zwei idiotische Superschurken, die jedes Mal wieder versuchen, mit abstrusen Plänen die Weltherrschaft zu erringen. Schüssler sollte eigentlich die Rolle des Widersachers, Commissioner Pohlkötter” sprechen. Eine neue Rubrik etablierte sich außerdem mit dem Titel “Fliegenschiss”: Meldungen der Woche, die eben so wichtig waren, wie ein Fliegenschiss.

 

2007 bis 2009

Seit dem 1.7.2007 läuft “attitude” jetzt auf einem neuen Sendeplatz.

Das neue Rundfunkgesetz hat den Bürgerfunk stark eingeschränkt, so dass die Sendung nun jeden zweiten Freitag im Monat um 21 Uhr (!) zu hören ist. Wollen wir hoffen, dass uns die Zuhörer der Sendung auch zu dieser nachtschlafenden Zeit treu bleiben. Denn die Zielgruppe von “attitude” macht zu diesem Zeitpunkt meist Party und geht aus.

Weiterhin muss nun jeder Beitrag einen so genannten “lokalen Bezug” haben. Wir können nun also nicht mehr über die Welt der Medien und Unterhaltung berichten, ohne einen Rückbezug z.B. zu Werne herzustellen. Das ist zwar nicht unmöglich, aber sprachlich irgendwie zu bewerkstelligen. Jedoch schränkt es unseren inhaltlichen Gestaltungsfreiraum erheblich ein.

Das macht es zum Beispiel schwerer, die “attitude awards” zu verleihen. Oder Hörspielsendungen zu machen. Man muss halt immer wieder erwähnen, dass die Awards in Werne verliehen werden, oder dass bestimmte Beiträge von Werner Autoren geschrieben wurden.

Jetzt wurde das Popkulturmagazin “attitude” also inhaltlich ein wenig modifiziert: die Sendung beginnt in der Regel mit den Neuigkeiten aus dem Showbusiness UND aus Werne! Weitere Rubriken sind die Veranstaltungstipps, das “attitude”-Musiklexikon, Kinonews, Berichte über lokale Ereignisse und die Rubrik “Literadio”. Letztere ist eine Symbiose aus Literatur und Radio, wo die Werner Autorin Renate Behr lesenswerte Bücher präsentiert.

Die Musikauswahl der Sendung ist durch das neue Gesetz zum Glück nicht beeinflusst worden! So läuft also weiterhin eine gesunde Mischung aus Mainstream, den jeder kennt und hörenswerter Musik, die nicht oft im Radio läuft. Independent,Alternative, Jazz, Funk, Quiet is the new loud uvm.

 

2009 bis 2011

Nix. Nada. Keine neuen Sendungen mehr ab Juli 2009 bis September 2011. Wir hätten unsere Sendelizenz erneuern müssen, aber das scheiterte. Nicht aus qualitativer Sicht, sondern an bürokratischen Hürden.

 

2011

attitude is back! Diesmal als Podcast und mit der Besetzung, die am besten funktionierte: Magnus See und Wolfgang SchĂĽssler am Mikrophon.

Das Magazin ist nach wie vor ein Popkulturmagazin mit Rubriken wie: Gossip, Literadio, Die 10, Phil-me See-hen (Filme sehen) mit Gast Phil See, Veranstaltungstipps, Fliegenschiss, attitude adjustment und und und.

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