aktualisiert am 11.2.2012

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Ach, das gab`s ja auch noch!

Dies war der meistgesagte Satz von mir und meinen Freunden, die die geniale Idee hatten, mir als Fernsehjunkie das große Fernsehlexikon zum Geburtstag zu schenken.

Um es vorweg zu nehmen: es ist nicht nur groß, sondern auch grandios!

Die Autoren

Michael Reufsteck ist Rundfunkjournalist bei SWR3, off-Sprecher sowie FAZ-Kolumnist.

Stefan Niggemeier ist Preisträger des “Deutschen Preises für Medienpublizistik” und ist verantwortlich für die Medienseite der FAZ.

Beide Autoren outen sich bereits in ihrem Vorwort sympathischerweise als Fernsehjunkies, die als Kinder auch lieber vor der Glotze saßen statt draußen zu spielen. Und wiederlegen die Befürchtungen von besorgten Eltern, die Angst hatten, dass ihre Kinder vor dem Fernseher vereinsamen. Denn beide vertreten die These, dass Fernsehen verbindet. Und wohl wahr, ein beliebtes Thema bei Treffen jeglicher Art mit meinen Freunden ist, was man als Kind nicht alles für tolle Sendungen gesehen hat.

Umfassendes, detailliertes Werk

All diese Sendungen werden von Reufsteck und Niggemeier in ihrem Lexikon – selbstverständlich alphabetisch – umfassend vorgestellt. Dabei konzentrieren sie sich nur auf Serien und Shows, die auf den wichtigsten Sendern liefen und mindestens aus drei Folgen bestanden. Der Leser kann nur erahnen, wieviel Arbeit in diesem Buch stecken muss!

In mühevollem Engagement bringen die Autoren uns Sendungen wieder ins Gedächtnis, allein durch den Abdruck des Sendungstitels. Aber sie stellen ebenso detailliert die Hauptdarsteller vor, die Hauptstorylines, die Ausstrahlungsjahre, die Sender, die Anzahl der Folgen sowie interessante Hintergrundinformationen oder amüsante Kommentare ihrerseits zu den Sendungen.

Schwelgen in Nostalgie

Sendungen, die wir als Kinder liebten, als Teenager verschlungen, als Erwachsene schätzen. Dabei ist es für mich persönlich interessant, dass die Autoren in meinem Alter sind und die meisten Sendungen wie ich sahen und mochten. Schon fängt das Schwelgen in Nostalgie an:

Catweazle, Das Geheimnis des siebten Weges, Doktor Snuggles, Die Maus vom Mars.

Alles Serien, mit denen ich Erinnerungen verbinde, die durch die Lektüre des Lexikons wieder wach werden. Catweazle sah ich meistens im Kreise der Familie sonntags nachmittags im ZDF sah. Das Geheimnis des siebten Weges, das sonntags spätnachmittags im WDR lief und ungeheuer spannend war. Doktor Snuggles und Die Maus vom Mars, die auch Sonntag abends liefen und den unangenehmen Beigeschmack hatten, dass ich danach gleich ins Bett musste!

Durch die herausragende Arbeit der beiden Autoren wird jeder Leser solche Erinnerungsmomente erleben. Beim Lesen einer Sendungsbeschreibung fällt einem auch parallel dazu gleich noch eine andere Sendung ein, die man gesehen hat, so dass man ständig hin- und herspringt. Man kann das Lexikon sehr gut querlesen, oder, so wie ich, die Artikel hintereinander lesen, um sein Wissen über TV-Sendungen zu erweitern. Aber egal, wie man das Lexikon liest, der Leser wird sich auch immer wieder sagen: “Ach, das gab`s ja auch noch!”, wenn er auf längst vergessene Sendungen stößt.

Fehlt da nicht...?

Es ist schon erstaunlich, wie viel die Autoren recherchiert haben. Und diese Akribie führt zu einem nahezu lückenlosen Werk; da ist es dann auch schon mal verständlich, wenn eine Sendung, die nur wenig Beachtung fand, übersehen wurde.

Mir als TV-Junkie fielen natürlich gleich wenige Sendungen ein, die fehlten. Also nutzte ich den Service der Autoren, schrieb eine Email und erhielt tatsächlich Antwort! Die Serien, die ich vermisste, liefen unter dem Mantel von BimBamBino auf Tele5 (Brave Starr, Die Bobobobs, Saber Rider, Galaxy Rangers) und wurden deshalb nicht einzeln erwähnt, zumal sich das Lexikon auch nur auf große Sender konzentrierte und nur in Ausnahmefällen kleine Sender wie Tele5 bedachte.

Das ist meiner Meinung nach völlig in Ordnung, denn am Ende sind die allerwichtigsten Sendungen bedacht worden. Jedem Fernsehliebhaber wird das Lexikon sehr gefallen!

Vorwort von Bastian Pastewka

Bastian Pastewka hat als bekennender Fernsehjunkie ein treffendes Vorwort geschrieben, in dem er Fernsehtypen charakterisiert.

Ich kann nur sagen: Greifen Sie zu, kaufen Sie sich das Fernsehlexikon und finden Sie raus, welcher Typ Sie sind! Der Nostalgiker, der sich gerne an die unbekümmerte Kindheit und die pädagogisch wertvollen Sendungen zu der Zeit erinnert? Der Querleser, dem beim Lesen eines Artikels gleich eine andere Sendung einfällt? Der Vielseher, der sein Wissen erweitern will? Oder der Besserwisser, der den Autoren gleich eine Email schreibt.

Für all diese und andere Typen ist das Fernsehlexikon von Reufsteck und Niggemeier ein Muss!

Grandioses Werk, aber das sagte ich ja schon!

 

 

Das Lexikon ist erschienen bei Glodmann und umfasst über 1500 Seiten.

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