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Zum Inhalt
Das Jammern über »die Krise« nervt. Die »goldenen Neunziger« sind vorbei, das stimmt. Aber muss deswegen gleich für und von einer ganzen
Generation »die Krise» ausgerufen werden? Es ist Zeit, sich Fragen zu stellen, findet der Journalist Matthias Kalle, statt immer nur dumme Antworten zu geben und sich selbst Leid zu tun. Wütend über die Sattheit,
die Angepasstheit und die abgeklärte Attitüde vieler Altersgenossen, wagt der Autor in diesem Buch einen radikalen Aufräumversuch, ausgehend von der Frage: Wie will ich leben?
Um das herauszufinden, erzählt Matthias Kalle seine Geschichte, die ihren Anfang am 9. 11.1989 hat und durch die neunziger Jahre bis heute
führt. Es ist eine Geschichte des Verzichts. Worauf haben wir verzichtet? Worauf sollten wir verzichten? Worauf dürfen wir niemals verzichten? Die Antworten darauf führen zu den Dingen, die wirklich wichtig sind und
auf die wir nie verzichten dürfen: Haltung, Angst und Wut. Und einiges andere.
Zum Autor
Matthias Kalle, geboren 1975 im ostwestfälischen Minden, studierte in Leizpig Journalistik
und Kulturwissenschaften. Das Studium brach er ab, um 1998 als Redakteur zum »jetzt»-Magazin nach München zu gehen.
Ab 2001 arbeitete er in Berlin als Autor für den »Tagesspiegel», »Die Zeit» und für das
»jetzt»-Magazin. Im September 2002 zog er zurück in seine Heimatstadt und berichtete dort in seiner Kolumne für die Sonntagsbeilage des Tagesspiegels. Heute lebt er wieder in
Berlin und ist Chefredakteur des Hauptstadtmagazins »Zitty».
2001 erhielt er den Axel-Springer-Preis.
Warum man das Buch lesen muss
Matthias Kalle hat ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Das Buch ist streckenweise großartig. Er macht sich
Gedanken über seine Generation, zu der auch wir gehören, und findet Themen und Aspekte, über die sich nachzudenken lohnt.
So z.B. warum Menschen wie Charlotte Roche oder Stefan Raab nicht über sich selbst lachen können, warum
wir uns selber so gut amüsieren können und allein im Zimmer den meisten Spass haben. Das ist der Inhalt des - meiner Meinung nach - besten Kapitels “Selbstironie”.
Außerdem schreibt er oft und ausführlich über die Attitüden unserer Generation. das hat ihm natürlich viel
Sympathiepunkt bei uns (attitude) eingebracht.
Viele Aspekte in dem Buch sind interessant und vertretbar. Dann gibt es natürlich auch strittige Punkte, wie
immer, wenn jemand ein “Generationen-Buch” schreibt. Kalle möchte nicht, dass “Verzichten auf” als ein solches gilt, aber es ist nun mal eins.
Finden wir aber nicht schlimm. Jedenfalls sollten Mittzwanziger das Buch mal lesen. Dann gehen wir vielleicht entspannter miteinander um.
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